Helmet Holder

  • Leider kann ich auf der Ebene drüber kein neues Thema erstellen, also dann hier unter 'Fahrwerk'.


    Mein Problem heute: Der Zündschlüssel ging nicht in den Helmet-Holder. Früher ging das mal, aber jetzt nicht mehr. Er geht etwa zur Hälfte rein und blockiert dann. Auch wackeln, ziehen und drücken hat nichts geholfen. Das Problem ist mir recht früh aufgefallen, aber diese Arbeit hab ich mir aufgehoben. Was für ne ruhige Nacht. Heute wars so weit: Erst mal die Halteplatte für die Mechanik abgezogen, da ist ein federbelastetes Sperrblech dahinter was den Bolzen blockiert und freigibt. Die Halteplatte selbst hat eine Lasche die den Bolzen daran hindert komplett herauszuspringen. Okay. Aber der Schließzylinder geht noch nicht raus. Auf der Unterseite ist eine Ausfräsung in der sich die Bohrungen für die Sperrstifte des Schlosses befinden. Diese sind natürlich verschlossen. Über jeder Bohrung ein kleiner Knubbel. Da hab ich mal mit einem Schraubenzieher dran gekratzt. Sehr weiches Material. Gut. Also die Knubbel plangekratzt, damit der Bohrer mittig angesetzt werden kann. Dann die fünf Bohrungen (vier für die Sperrstifte und der hinterste für den Haltestift des Schließzylinders) aufgebohrt. Nach der dritten Bohrung (2,5mm) konnte ich die gesamte Verschlussplatte mit der Zange herausziehen. Jetzt Feder und beide Teile aller Stifte herausnehmen (mit einer Nadel und durch Herausklopfen). Zuletzt den hintersten Stift herausnehmen, jetzt kommt auch der Schließzylinder raus. Okay. Mal ansehen. Schlüssel rein und die inneren Teile der Schließstifte in der richtigen Reihenfolge und richtigrum testweise in die Löcher des Schießzylinders: Sie liegen alle auf einer Scherlinie. Gut. Aber warum ging der Schlüssel vorher nicht rein? Nachdem ich das Schloss wieder komplett zusammengebaut hatte war das Problem auch wieder da: Der Schlüssel geht nicht komplett hinein. der dritte Stift was das Problem. Also wieder auseinanderbaun und den Zylinder genau ansehen: Hab ich dich! Das Loch im Schließzylinder ist oval ausgenudelt. Dadurch verkippt der Stift und blockiert den Schlüssel. Kurzer Prozess: Der böse Stift wird weggelassen. Mit drei Stiften geht das Schloss noch genauso gut und auch mit vier war er einfach zu picken. Also wieder zusammen bauen, ohne den Problemstift. Nur: Wie verschließen? Ich habe einen dicken Strang Lötzinn auf ca. 1mm plattgehämmert und mit 120er Schmirgelpapier in die richtige Form gebracht / eingepasst. Ein ganz klein bisschen Übermaß und vorsichtig mit Hammer und Meißel eingeschlagen: Hält. Test: Schloss geht. Zum Schluss die gesamte Ausfräsung mit neuer Verschlussplatte gereinigt und mit dauerelastischem Klebstoff gefüllt. Nur zur Sicherheit, nicht dass sich die Platte doch irgendwann mal losvibriert. Und dauerelastisch, damit er zur Not auch wieder herausgepult werden kann. Der Kleber ist dummerweise weiß, aber das wird nach dem Trocknen noch mit Edding kaschiert.


    Mag sein, dass sich so eine Reparatur für den Profi nicht lohnt. Es gäbe ja auch Ersatzteile. Ich habe den Luxus, dass ich aus Hobby schraube und ich bin ziemlich stolz, das Originalteil wieder in Funktion gebracht zu haben. Vielleicht noch wichtiger als das: Der Zündschlüssel passt wieder. Ein neuer Helmet-Holder hätte nämlich auch einen neuen Schlüssel gehabt...

  • Vielen Dank für den ausfürlichen Bericht, Marko.


    Die gleiche Technik lässt sich übrigens auch bei dem Lenkschloss der aktuellen DAX anwenden,

    mit dem Unterschied, das man hier leichter agieren kann, da nichts verschlossen ist.


    Tauscht man mal nur ein Schloss aus, kann man die Sperrstifte neu arrangieren, das sie mit einem neuen Schlüssel passen.

    Dann hat man nicht mehrere am Bund und verwechelt sie dann auch noch aus Versehen.