Kein Öldruck?

  • Sooo... Ich dachte eigentlich mit dem Motor durch zu sein aber jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher. Aber von vorn: Der Motor ist von einer ST70, Baujahr 1978. Die Maschine hat 15tkm und ist bis zum abstellen gelaufen. Dann hatte sie deutlich über 10 Jahre Standzeit. Nachdem ausmotten gab es einen kurzen Probelauf: Ist angesprungen und hat sich auf ein paar Metern Probefahrt normal verhalten.


    Was ich am Motor gemacht habe:

    * Nockenwellenrad ohne Schlag + Öldruckkorrektur verbaut

    * Hydraulischen Steuerkettenspanner verbaut

    * Kupplungsscheiben getauscht


    Nachdem ich den Kupplungsdeckel wieder zu hatte und 0,8l 20W50 drin, habe ich die Ölpumpe wie folgt getestet: Den Deckel oben am Zylinderkopf aufgelassen, Motor an der Lichtmaschine gedreht. Erwartet dass da Öl durch die Bohrung kommt, welche dann in die Nockenwelle führt. Kommt aber kein Öl. Weder mit Hand noch beim Drehen des Motors mit dem Akkuschauber an der Lichtmaschine. Hab auch mal vorsichtig rückwärts gedreht, hat nichts geholfen.


    Also hab ich den Kupplungsdeckel und die Kupplung nochmal runter gemacht und die Ölpumpe geöffnet. Da schaut aber alles so aus wie es aussehen soll. Legt man ein Haarlineal über die Pumpe und schaut gegens Licht, ist da kein Spalt, liegt plan auf. Und das Pumpenrad in der Trochnoidpumpe hat kein fühlbares Spiel. Die Ölkanäle sind durchgängig - eigentlich müsste die Pumpe arbeiten. Also den ganzen Klederetesch wieder zugemacht und wieder frisches Öl rein.


    Jetzt mein Plan: Motor einbauen und testen. ca. 1 Minute im Standgas laufen lassen dann ausmachen, Den Deckel am Zylinderkopf (dem Nockenwellenrad gegenüberliegend) nochmal runter, dann kicken und hoffen dass dann Öl kommt. Alternativ evtl auch nur den Ventildeckllel aufmachen, da müsste ja auch reichlich Öl sein wenn alles funktioniert. Wenn nicht, dann wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben als den Motor doch zu spalten...


    Hat da wer Erfahrung mit der Ölpumpe? Wo saugt die genau an, das liegt ja im inneren des Motors. bei normalem Ölstand und normaler Motorposition müsste die Ansaugung ja im Nasssumpf liegen. Kann das sein das da irgendwo Luft ist die erst raus muss und deshalb die Pumpe nicht gearbeitet hat?

  • Hallo,

    Hat da wer Erfahrung mit der Ölpumpe? Wo saugt die genau an, das liegt ja im inneren des Motors.

    - Nein,

    die saugt genau senkrecht nach unten, aus dem Loch, wo das Grobsieb eingesetzt ist.

    Unter dem Sieb ist dann die Ölablassschraube... Hast Du also alles gesehen, wenn Du an der Ölpumpe gearbeitet hast.


    Jetzt mein Plan: Motor einbauen und testen. ca. 1 Minute im Standgas laufen lassen dann ausmachen, Den Deckel am Zylinderkopf (dem Nockenwellenrad gegenüberliegend) nochmal runter, dann kicken und hoffen dass dann Öl kommt.

    Sofern geklärt ist, das der Antrieb der Ölpumpe in Ordnung ist, -mach mal so. Evtl. den oberen Ventildeckel lose aufschrauben.

    Den kannst Du ruhig bei laufenden Motor mal vorsichtig abdrehen. Dann siehst Du ob da Öl im Umlauf ist.


    Gruß

    Dirk

  • Danke für die fixe Antwort! Die Info wo die Ölansaugung ist war sehr wertvoll. Das Sieb hab ich ausgetauscht dabei auch durch den entsprechenden Kanal gepustet - der ist auf jeden Fall frei. Sollte also eigentlich arbeiten. Ich schau das also nochmal an wenn der Motor mal gelaufen ist.


    Noch etwas: Bei meinem Motordichtsatz war natürlich genau die Ölpumpendeckeldichtung (die obere) nicht dabei, irgendwas fehlt ja immer...... Darum musste ich mir die Dichtung selbst herstellen. Das Dichtpapier dass ich da hatte ist jedoch etwas dicker als das originale. Dadurch hat nun das Pumpenzahnrad axial etwas mehr Luft als vorher. Wie viel das genau ausmacht kann ich nicht sagen weil ich die Stärke der originalen Dichtung nicht kenne aber ein paar Zehntel mehr werden das schon sein. Gut: Der Antrieb funktioniert sicher noch rausfallen kann das Rad auch nicht und Öl ist nicht komprimierbar. Sollte also eigentlich nichts ausmachen - oder könnte das doch kritisch sein? Bevor da was anbrennt besorg ich nämlich lieber das korrekte Dichtmaterial und mach die Chose nochmal auf.


    P.S: Zum Antrieb: Ich habe den insofern getestet als dass ich den Motor bei offener Ölpumpe mit der Hand an der Lima gedreht habe. Dabei bewegt sich die Pumpe. Sollte also passen.

  • Das Dichtpapier dass ich da hatte ist jedoch etwas dicker als das originale. Dadurch hat nun das Pumpenzahnrad axial etwas mehr Luft als vorher.

    - die Pumpe ist recht genau gefertigt.

    Wenn der Deckel jetzt weiter wegsteht, würde ich vermuten, das die Pumpenleistung reduziert wird,

    da es zwischen den Beiden Kammern eine Verbindung gibt.....

    Wenn ich mich richtig erinnere, ist gerade die Dichtung vom kleinen Deckel sehr dünn....


    P.S: Zum Antrieb: Ich habe den insofern getestet als dass ich den Motor bei offener Ölpumpe mit der Hand an der Lima gedreht habe. Dabei bewegt sich die Pumpe. Sollte also passen.

    -das ist schonmal gut....

    Ich würde trotzdem nochmal die Lichtmaschine und die Grundplatte demontieren, und das Kettenrad der Ölpumpe begutachten.

    Gruß

    Dirk

  • Zitat

    Ich würde trotzdem nochmal die Lichtmaschine und die Grundplatte demontieren, und das Kettenrad der Ölpumpe begutachten.

    ... und genau da könnte tatsächlich ein Problem liegen. Nachdem der Motor partout keinen Öldruck aufbauen wollte habe ich die Ölpumpe nochmals demontiert. Wenn ich nun mit einem Schlitzschraubenzieher am Antrieb drehe, dann springt der ziemlich leicht über. Also muss ich da wohl doch von der anderen Seite ran. Leider ist gerade kein passender Abzieher zur Hand, und da ich vmtl. eh ein neues Ölpumpenritzel brauchen werde, habe ich beides so eben bestellt.


    Das Werkstatthandbuch ist an der Stelle nicht so ausführlich: Wenn ich das Polrad herunten habe und die Grundplatte demontiert, dann kann ich das Kettenrad wechseln, ohne den Motor weiter demontieren zu müssen?

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